Rezension:
Was ist spirituelle Ökologie? Es gibt keine eindeutige Definition. 19
Autoren versuchen in diesem Buch mit ihren Essay auf hohem Niveau den
Begriff „Spirituelle Ökologie“ zu interpretieren.
In jedem Essay ist die Rede von der „Anima mundi“, der Weltseele. Der
Begriff Seele ist nicht weniger unscharf. Jeder kann sich etwas anderes
darunter vorstellen. Für mein Verständnis ist die Seele das, was uns
belebt. Also hoffte ich mehr darüber zu erfahren, was die Welt belebt.
Einig sind sich alle Autoren darüber, dass die Welt ins Ungleichgewicht
geraten ist und dass die Notwendigkeit in der „Wiedererlangung … des der
Natur innewohnenden Geistes“ besteht. Offenbar ist dieser „der Natur
innewohnende Geist“ eben genau das, was die Welt belebt. Wo ist er aber
hingekommen? Er ist in Vergessenheit geraten! Wir müssen uns nur wieder
an ihn erinnern. Um das zu erreichen, appelieren die Autoren an den
Leser/die Leserin:
- wir sollten endlich aufhören gegen Mutter Erde Krieg zu führen (Häuptling Oren Lyons);
-
- wir sollten mit unserer mechanistischen und reduktionistischen
Betrachtungsweise der Natur aufhören und stattdessen alle Lebewesen, vom
kleinsten Insekt bis zum größten Adler als Wunder ansehen und ehren (Thomas Berry);
-
- wir müssen erwachen und erkennen, was um uns herum geschieht. Wir
müssen die desaströse Gegenwart zuerst einmal anerkennen, um sie dann
umwandeln zu können, weil allein schon diese Anerkennung im kollektiven
Bewusstsein einen Wandel bewirkt (Thich Nhat Hanh)
-
Häuptling Tamale Bwoya erzählt einen prophetischen
Traum vom unmittelbar bevorstehenden Weltgericht und davon, dass den
Frauen und Männern unserer Generation die Verantwortung für die Rettung
der Welt zugeteilt wurde.
John Stanley & David Loy plädieren dafür, die
Menschenrechtserklärung um das Recht des Menschen auf ein sicheres Klima
zu erweitern und der Herrschaft der Erdölindustrie sowie des
Konsumismus den Kampf anzusagen.
Die Autoren
Tucher & Swimme berichten vom amerik.
Museum für Naturgeschichte und dessen Feststellung der derzeitigen 6.
Erd-Aussterbe-Periode. Sie plädieren für einen Wertewandel weg von der
Wertschätzung des Hyper-Individualismus und hin zur Anerkennung der
Wechselwirkungen und Abhängigkeiten aller lebendigen Systeme des
Planeten untereinander.
Schwester MacGillis weist darauf hin, dass die Natur
sich selbst erschaffen hat und sieht Genmanipulation geradezu als
Blasphemie an der Schöpfung, weil sie das Vermächtnis des Lebens
zunichte macht und wir uns somit verhalten, wie jemand, der an dem Ast
sägt, auf dem er sitzt. Dennoch glaubt sie, dass die Weisheit des
Universums uns retten wird.
Wendell Berry glaubt an die Kraft der Liebe, durch die
wir alle ebenso wie die ganze Schöpfung entstanden sind. Wenn wir nicht
lernen uns auf die natürlichen Rhythmen des Lebens einzustimmen werden
wir untergehen. „Wir sind unsere Taten.“
Winona LaDuke erklärt uns anschaulich wie die Natur mit
den indigenen Völkern spricht. Woraufhin diese ihr Verhalten nach der
Natur ausrichten und im Einklang mit ihr leben können.
Vandana Shiva weist daraufhin, dass die ganze Natur
Nahrung ist. Der Stoffwechsel der Erde besteht im Nahrung geben und
nehmen. Wenn dieses Geben und Nehmen nicht im Gleichgewicht ist, wie bei
industriellen Monokulturen, erkrankt der ganze Organismus der Erde.
Susan Murphy gibt ein anschauliches Beispiel für die
Umweltzerstörung durch die industielle Nahrungsmittelproduktion und
mahnt uns, unseren Vampirismus einzustellen. Wir müssten dafür nur damit
aufhören, uns von uns selbst durch den Konsumismus ablenken zu lassen.
Satish Kumar sieht die Erde als lebendigen Organismus,
deren Geist in den Elementen wohnt und deren Seele im Prinzip der
Harmonie besteht. Um diese Harmonie ist es geschehen, wenn die Hälfte
der Menschheit hungert, obdachlos ist oder übergangen wird.
Es braucht eine soziale Bewegung infolge eines spirituellen Erwachens für die gemeinsamen Interessen aller und gegen die Religion des Materialismus, Militarismus und des Eigennutzes.
Joanna Macy weist uns auf unseren fundamentalen Irrtum
hin zu glauben, dass wir unberührt von dem bleiben könnten, was wir
anderen Lebewesen antun. Wir sollten erkennen, dass die Welt unser
Körper ist, mit dem wir auf Gedeih und Verderb verbunden sind.
Geneen Marie Haugen erninnert uns an Giordano Bruno,
der im 16. Jh. sagte: "die gesamte Materie ist belebter Natur", und
dafür auf dem Scheiterhaufen brannte. Sie ermuntert ihre Studenten z.B.
mit Bäumen zu sprechen und ihre Fühler auszustrecken, um ihrer eigenen
Einsamkeit, die aus der Annahme resultiert, von allem getrennt zu sein,
zu entgehen.
Für
Jules Cashford steht die Gaia-Hypothese dafür, dass
die Erde ein sich selbst regulierendes System ist. Gaia ist der Name
einer griechischen Göttin, die das Universum aus sich selbst heraus
hervorbrachte. Somit wurde die Erde noch vor über 2500 Jahren als heilig
verehrt.
Bill Plotkin möchte „Älteste“ einsetzen, die sich um die 'Seele der Welt' kümmern sollen.
Sandra Ingermann erinnert uns daran, dass wir alle
Wesen sind, die Licht und Liebe ausstrahlen können. Sie fordert uns dazu
auf, an dieser Aufgabe zu arbeiten, um den Planeten zu heilen.
Ebenso meint
Pir Zia Inayat Khan, dass alles was existiert aus Licht besteht. Dieses Licht wurde vom Propheten Mohammed Allah genannt.
Richard Rohr glaubt, dass ein einziger Gott das Universum schuf und dieser Schöpfung eine Gnade innewohnt, die letztlich obsiegt.
Vaughan-Lee appelliert an uns, unsere materialistischen
Vergnügungen aufzugeben, nach innen zu schauen und uns unserer inneren
Leere zu stellen, die dort entstanden ist, weil wir nicht mehr wissen,
was wirklich für uns wichtig ist.
Meine Einschätzung: Alle Apelle haben ihre Berechtigung.
Der hohe Abstraktionsgrad macht es der Leserin / dem Leser jedoch nicht leicht, bei der Lektüre durchzuhalten.
Das Problem "Klimawandel" bzw. Zerstörung des Planeten, d. h. von 'Mutter Natur', wird einfach allen Menschen ohne Ausnahme angelastet und die Ausgewogenheit fehlt. Viele der armen Menschen auf dieser Erde sind durchaus nicht daran beteiligt. Die Schuld trifft allein das 'kapitalistische Patriarchat' (von Werlhof).
So gesehen ist 'der Kampf für eine bessere Welt' offenbar die neue Propagandastrategie bestimmter Eliten zwecks Übernahme des ganzen Globus, bei der diesmal wie im o. g. Buch die Esoteriker massiv einbezogen werden sollen.
Vielleicht hat die Erde ja bereits nach der Sonne um Hilfe gerufen.
Die Forscherin Valentina Zharkova von der Northumbria
Universität in Newcastle ist überzeugt, dass wir 2030 einer
Mini-Eiszeit
entgegensehen. Das bedeutet 60 % weniger Sonnenaktivität. Soetwas gab
es bereits im 17. Jahrhundert zwischen 1645 und 1715. Denn vermutlich
ist das gesamte Universum ein sich selbst regulierendes System. Aber vielleicht wurde bis dahin auch der Golfstrom vom '
Geoengineering' so nachhaltig gestört, dass auf der Nordhalbkugel eine neue Eiszeit anbricht.