Dienstag, 2. Juni 2026

Ritual: Schmerzen transformieren

 

Wir benutzen die niedere Magie, um angesichts der herrschenden Ungerechtigkeiten unseren daraus resultierenden Schmerz zu transformieren.


Zeitpunkt:

An einem Montag oder Dienstag, wenn der abnehmende Mond das Zeichen der Jungfrau durchwandert. (siehe Hexenkalender)

Ritual:

Du brauchst eine kleine lila oder weiße Kerze, eine kleine Schüssel, Wasser, Pergamentpapier, rote Tinte. Einen kleinen Tisch, z.B. Couchtisch. Ritze in die Kerze mittig den Namen deines Peinigers, z.B. das Wort 'Regierung' ein. Befestige die Kerze mit Wachs auf dem Boden der kleinen Schüssel und fülle sie halb voll Wasser. Stelle die Schüssel auf den Tisch. Schreibe den Zauberspruch auf das Pergament. Ziehe um dich herum den magischen Kreis und setze dich vor den Tisch. Zünde die Kerze an und sprich den Zauberspruch 3mal, 6mal oder 9mal, je nach Vorliebe. Danach verbrenne das Pergament an der Kerzenflamme. Warte, bis die Kerze im Wasser verlischt.

Zauberspruch:

Große Göttin nimm meinen Schmerz,

mach mich gesund,

stärke mein Herz.

So wie mein Schmerz jetzt

ganz verschwindet und ist weg,

landen die Schwarzmagier voll im Dreck.

Das ist mein Wille. So soll es sein.

Mit der Göttin Hilfe richte ich es ein.

Das Glück der Schwarzmagier versinkt,

so wie die Kerze hier ertrinkt.

Öffne den magischen Kreis. Vergiss das Ganze und sei guter Dinge. Die große Göttin sorgt für den Ausgleich. 

Mehr Rituale und Zaubersprüche in: Als Hexe wirken, Verwurzelt sein im Alten Pfad und Hexenweisheit von Shakti Morgane 

Freitag, 3. April 2026

Gelebte Weiblichkeit und moderne Hexenjagd

   

Es liegt in der weiblichen Natur, sich mit den Elementen und Schwingungen in der Welt und in sich selbst zu verbinden, um neues Leben hervorzubringen, zu schützen, zu nähren und zu erhalten. Diese Fähigkeit wurde Frauen zunehmend zum Verhängnis, als sie nicht mehr zum unmittelbaren Überleben der Gesellschaft gebraucht wurde. Die besondere Fähigkeit des weiblichen Teils der Menschheit, mit der Natur zu kommunizieren und mittels psychischer Kraft Veränderungen herbei zu führen, wurde im Laufe der Geschichte als überlebenswichtig vergessen und, auch von den Frauen selbst, immer weniger verstanden. In der Zeit vom ca. 14. - 18. Jh. wurde in Europa diese Fähigkeit zunehmend dämonisiert und als 'mit dem Teufel im Bunde' verunglimpft, und zum Vorwand benutzt, unzählige Menschen, insbesondere Frauen, mittels der Inquisition zum Sündenbock zu machen und auszurotten. 

 In der Moderne und Postmoderne treibt der Neid der patriarchalen Wissenschaft auf die weibliche Potenz der Gebärfähigkeit heutzutage solch kuriose Blüten wie 'Gendermainstreaming' und dergleichen Unsinn mehr. Eine moderne Form der Hexenjagd drängt heute darauf, die Frau als Mutter abzuschaffen, um die Natur durch die künstliche Schöpfung der patriarchalen Wissenschaft zu ersetzen.

Deshalb steigt im Zeitalter des technischen Fortschritts die Sehnsucht des modernen Menschen nach den abhanden gekommenen Fähigkeiten, mit der Natur zu kommunizieren - eine Fähigkeit, die große seelische Kraft verspricht und für die Frauen einstmals verehrt wurden -, kontinuierlich an.

Mit der Sehnsucht nach dieser Fähigkeit lässt sich heute viel Geld verdienen. Der Boom von z.B. 'Harry Potter' beweist es. Harry Potter ist der Held, der sein Innenleben, das Irrationale - die Wildnis! - in der Außenwelt erlebt.

Aber auch der im 20. Jh. publizierte Roman von M. Bulgakov „Der Meister und Margarita“ weist in dieselbe Richtung.

Bulgakov thematisiert in diesem Roman den Widerspruch zwischen Determinismus und Voluntarismus in der Sowjetunion der Stalinzeit. Seine Lösung des Problems: das Verborgene! Der Teufel holt die Technokraten! Denn die Moral von der Geschichte heißt hier: wer es schafft, seine Angst zu überwinden und somit seine Schmerzen in Entspannung zu verwandeln wie Margarita, der trägt dazu bei, dass in die Welt seiner Widersacher aus dem Unbegrenzten (dem Verborgenen) das Chaos hereinbricht. Es geht zum Zwecke der Seelenstärkung angesichts von Widrigkeiten im Leben demnach um emotionale Transformation!

Magie ist eine unabhängige Energie. Sie steht jedem von uns zur Verfügung und sie wird aktiviert durch emotionale Transformation. Grundvoraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zu entspannen. Entspannung wiederum bedeutet, ein Problem zu lösen, solchen Emotionen wie Wut, Angst, Wahn etc. - die Schatten! - auf den Grund zu gehen.

Dann wird Magie zu einer wirkenden Kraft im Verborgenen, im ‚magischen Raum‘ der Welt.

Deshalb kann jeder von uns durch Selbsterkenntnis im Sinne einer Reinigung des Herzens seine Seele stärken und dadurch die Kräfte aus der Unterwelt/dem ‚magischen Raum‘ zur Lösung seiner Probleme einsetzen. Auch meine Bücher helfen dabei.

Mittwoch, 4. Februar 2026

Frau Holle

Frau Holle ist eine germanische Wettergöttin. Im germanischen Götterhimmel ist sie die Tochter des Gottes Loki. „Sie belohnt fleißige Menschen und gibt den Seelen verstorbener Kinder ein Heim.“ (zitiert nach Shakti Morgane, Buch der Schatten)

Bekannt ist Frau Holle den meisten von uns durch das Grimmsche Märchen von der ‚Goldmarie und Pechmarie‘.


Kurze Zusammenfassung des Märchens: Eine Frau hat zwei heranwachsende Töchter, die eine faul, die andere fleißig. Die fleißige Tochter fällt eines Tages in den Brunnen im Hof, weil sie das Blut vom Finger waschen will, in den sie sich zuvor mit ihrer Spindel gestochen hatte. Sie verliert das Bewusstsein, als sie wieder zur Besinnung kommt, findet sie sich in einer schönen Landschaft wieder und wandert umher. Sie kommt an einem Ofen vorbei. Das Brot darinnen bittet sie, es herauszunehmen, weil es fertig gebacken sei. Sie tut es und geht weiter. Ein Apfelbaum bittet sie, ihn zu schütteln, weil die Äpfel alle reif seien. Sie tut es und geht weiter. Zuletzt kommt sie zum Haus der Frau Holle. Dort wird sie aufgenommen und gebeten im Haushalt zu helfen. Wenn sie zusammen mit Frau Holle die Betten ausschüttelt, beginnt es auf der Erde zu schneien. Sie tut alles, wie man es ihr sagt, wird von Frau Holle freundlich behandelt und gut versorgt. Eines Tages bekommt sie Heimweh und will zurück nach Hause zu Mutter und Schwester. Frau Holle begleitet sie zum Abschied zum Tor und als sie unter dem Torbogen steht, regnet es lauter Gold auf sie herab. So gelangt die Goldmarie über und über mit Gold bedeckt zurück nach Hause.

Das will die andere Tochter auch haben. Sie springt also in den Brunnen und erwacht im Garten der Frau Holle. Allerdings holt sie weder das Brot aus dem Ofen noch schüttelt sie die Äpfel vom Baum. Einfach, weil sie keine Lust dazu hat. Im Haushalt der Frau Holle kümmert sie sich auch nicht so wie es sein sollte um die Betten, den Abwasch, das Kochen und das Säubern des Fußbodens, so dass Frau Holle genug von ihr hat. Sie wirft sie hinaus. Unter dem Torbogen regnet es Unmengen Pech auf sie herab. So schwarz von Pech überzogen kommt die Pechmarie nach Hause.

Was will uns diese alte Überlieferung von der germanischen Göttin, dankenswerter Weise von den Gebrüdern Grimm im 19. Jh. gesammelt und aufgeschrieben, als Lebenslehre mitgeben? Was ist der Unterschied zwischen ‚fleißigen Menschen‘ und ‚faulen Menschen‘?

Wenn wir daran denken, dass die Große Göttin im Hexen-Kult die lebensspendenden Kräfte des Universums und der Natur symbolisiert, enthält dieses Märchen für Anhänger der Göttinnen-Religion eine existenzielle Wahrheit. Die Große Göttin, hier Frau Holle, ist die Herrscherin über Finsternis und Licht. Gold symbolisiert im Märchen Licht und Pech symbolisiert Finsternis.

Der Brunnen ist im Mythos ein Übergangsort und steht für den Übergang in eine andere Welt, in die Anderswelt bzw. in die Unterwelt. Fleiß kann als Symbol für ‚Makellosigkeit‘, wie Castaneda es ausdrücken würde, für die Güte des Charakters gelesen werden. Das Tor ist im Mythos das Symbol für Wiedergeburt.

Die Botschaft dieser Geschichte ist ganz einfach und hat nichts mit dem Frauenbild der Gebrüder Grimm zu tun. Sie lautet:

Wer auf seinem Lebensweg nicht tut, was offensichtlich für das Leben notwendig ist, weil er sich gehen lässt, der gelangt über kurz oder lang zwangsläufig in die Finsternis.

Dagegen hilft nur Selbstreflexion. Deshalb, liebe Mitreisende, bedenkt Folgendes, wenn ihr in der Finsternis angekommen seid:


Das Selbstsucht-Eingeständnis

wird zur Selbsterkenntnis

und Demut trägt die Selbstfürsorge.

Darauf folgt der Göttin Lohn

und verschwunden ist schon

die Prokrastination.