Posts mit dem Label Castaneda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Castaneda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. Mai 2021

Den Geist der Freiheit beschwören

 

HUNA, der hawaiianischen Hexenkunst das Rationale und das Irrationale im Gleichgewicht zu halten, liegen 7 Regeln zugrunde:

1. Die Welt ist, wofür wir sie halten – deshalb übe dich in Selbsterkenntnis

2. Es gibt keine Grenzen – deshalb setze selbst Grenzen in Fantasie und Realität

3. Energie folgt der Aufmerksamkeit – deshalb übe dich darin, dich auf deine Energie zu konzentrieren

4. Jetzt ist der Augenblick der Macht – deshalb übe dich darin, achtsam bei dir selbst im Hier und Jetzt zu bleiben

5. Lieben heißt glücklich sein mit … - deshalb bewundere (segne) das, was dir wichtig ist

6. Alle Macht kommt von innen – deshalb übe dich darin, das Paradies in der Fantasie wieder herzustellen

7. Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit – deshalb ermächtige dich, indem du dir selbst die Wahl zugestehst

Wir benutzen in dem folgenden Ritual die Emotion der Wut oder Frustration, um mit dem magischen Programm von HUNA den Schwarzmagiern und Scharlatanen zu entkommen und den Geist der Freiheit zu manifestieren.

Assoziationskette – Präge dir folgende Vorgehensweise ein:

1. Selbsterkenntnis (Überlege dir was du wirklich willst, ggf. Orakel befragen),

2. Grenzen setzen (z.B. auch mal ‚Nein‘ sagen können), einen Beschluss 

    fassen, ggf. einen Spruch daraus machen

3. Energie bündeln (deine Emotionen akzeptieren und beim Namen nennen),

4. achtsam sein (körperliche Entspannung erreichen, bei dir selbst bleiben, 

    ggf. Energie der Emotion projizieren, z.B. mit einem Loslassen-Mantra,

    siehe Buch der Schatten, solange bis du dich gut fühlst)

5. das segnen, was einem gefällt (wähle und bewundere was du willst, ggf. das 

    Abwesende benennen und anrufen)

6. erfülle dir deine vermeintlich unerfüllbaren Wünsche im luziden Traum oder 

    einfach in der Vorstellung, kreiere deine Vision

7. werde dir deiner Wahl bewusst und stehe auch weiterhin dazu, lass dich nicht

     davon ablenken.

Kurz:

1.  überlegen was man wirklich will

2.  einen Beschluss fassen

3.  Emotion identifizieren

4.  Emotion lenken

5.  wählen was man wirklich will

6.  Vision kreieren

7.  sich nicht ablenken lassen

Wenn du diese Regeln im täglichen Leben einhältst, sobald du negative Emotionen verspürst, wirst du über kurz oder lang den Geist der Freiheit manifestieren. Mit der Freiheit im Geiste kannst du den 'Bauernfängern' entwischen.  

Bei HUNA geht es um die 'innere Alchemie', um Heilung durch das wiedergefundene Gleichgewicht in sich selbst. Das wirkt sich auch auf die Lebensbedingungen aus, denn du erwirbst mit der Zeit die innere Haltung eines Kriegers, das bedeutet du bist bei deinen Handlungen gleichzeitig kontrolliert und losgelöst, also angstfrei.

Von dem auf diese Weise kultivierten Gemütszustand sagt der Schamane Castaneda:

"Ein Kämpfer ist kein Blatt, das dem Wind ausgeliefert ist. Niemand kann ihn schubsen; niemand kann ihn dazu bringen, Dinge gegen sich selbst oder gegen sein besseres Urteilsvermögen zu tun. Ein Krieger ist auf das Überleben eingestellt, und er überlebt auf die beste aller möglichen Weisen." (Carlos Castaneda: Die Reise nach IXTLAN)

Merke: Den Schwarzmagiern, Scharlatanen und Bauernfängern kann nur entkommen, wer seine Tiernatur beherrscht (nicht unterdrückt!) andernfalls wird man gegängelt anhand seiner unbefriedigten Bedürfnisse. Die Angst davor, seine Bedürfnisse nicht befriedigt zu bekommen, lässt uns handeln wie ein Drogensüchtiger, der die Spannung nicht aushält, die durch unbefriedigte Bedürfnisse verursacht wird.

Willst du ein Junkie sein und den Bauernfängern in die Falle gehen oder ein Krieger? Wenn du ein Krieger sein willst, musst du deine Tiernatur beherrschen lernen und deine Angst besiegen.

Die Göttin Lakshmi hilft uns beim Überleben in Freiheit und Fülle. Hier das Mantra zur Anrufung der Göttin.

Aus der tibetisch buddhistischen Tradition gesungene Mantras gegen Angstzustände kann man hier anhören.

Im Mittelpunkt stehen deine Emotionen. Sie sind Teil deiner Lebenskraft. Negative Emotionen deuten auf blockierte Energie und die muss wieder verfügbar gemacht werden. Wenn du negative Emotionen verfügbar machst indem du sie umwandelst, kontrollierst du deine Energie selbst, du bist wieder frei und dein Energielevel steigt.

„Innerer Friede beginnt in dem Moment, in dem du entscheidest, Ereignissen oder anderen Menschen nicht zu erlauben, deine Emotionen zu kontrollieren.“ (Pema Chödrön)

Wie kontrollierst du deine Emotionen selbst? Zunächst einmal, indem du entscheidest, sie nicht von anderen kontrollieren zu lassen. Indem du einen Beschluss fasst.

In der Hohen Magie bzw. der inneren Alchemie, gehört zur Emotionenkontrolle erstens die Erkenntnis der dämonischen Absicht und zweitens eine dieser Absicht entsprechende zu kultivierende entgegen gesetzte innere Einstellung.

Der Philosoph Herbert Marcuse gab uns einen Hinweis als er sagte: „Die abwesenden Dinge nennen, heißt den Bann der existierenden Dinge brechen.“

Wenn wir das in der derzeitigen Situation einmal ausprobieren, dann sieht die existierende dämonische Absicht nach meiner Ansicht genau folgendermaßen aus:

Die zu kultivierende innere Einstellung, die entgegen gesetzte Absicht, ist dann unter Benennung der abwesenden Dinge folgende:

 

Probiere das Gesagte anhand deiner negativen Emotion selbst aus, indem du die entgegen gesetzte Absicht innerlich viele male wiederholst. Wenn dein innerer Friede daraufhin zurückkehrt, hast du erfolgreich deine Emotion gelenkt und du bist frei davon.

Falls nicht, musst du an den mentalen Stellschrauben drehen und entweder die dämonische Absicht oder deine entgegen gesetzte innere Einstellung neu justieren oder beides. Sei gesegnet.

Zur Erinnerung: Lachen ist gesund!

Freitag, 19. Juni 2015

Das Feuer von innen, Carlos Castaneda



Der Autor hat mehrere Bücher über seine Zeit als Zauberlehrling bei einem Yaqui Indianer geschrieben. Diese Bücher werden oft als Lehre, im Sinne einer Philosophie verstanden. Anhand des vorliegenden Buches wird das Fiktionale der Erzählung daran erkennbar, dass der Autor Zustände „gesteigerter Bewusstheit“ beschreibt, von denen er gleichzeitig berichtet, dass er sich an diese eigentlich gar nicht hätte erinnern können, um sie aufzuschreiben. Allein dieses Paradoxon führt bereits auf die Fährte der Fiktion.
Handelt es sich um Fiktion, ist der Leser aufgefordert, zwischen den Zeilen zu lesen, um eine tiefer liegende Wahrheit herauszufinden. Diese autobiographische Erzählung ist demnach nicht wörtlich zu nehmen, was jedoch viele Leser tun und was durch die Sprachkomposition der Erzählung beabsichtigt wird. Es soll vorgekommen sein, dass sich Leser in den 80igern auf La Gomera nach der Lektüre von Castanedas Büchern in der Annahme, frei und unsterblich zu sein, von den Klippen gestürzt haben.
Worum geht es?
Der Autor beschreibt hauptsächlich eine dem rationalen Denken und dem Alltagsbewusstsein entgegengesetzte Wirklichkeit, die nicht einfach mit der Gefühlswelt identisch ist sondern darüber hinaus existentielle Wahrheiten des Menschen wie Leben, Tod, Geburt, Traum, Macht, Konkurrenz, Sex, Feindschaft etc. umfasst. Kurz alles, was das Leben ausmacht und womit jeder rechnen muss. Worauf es ankäme, ist die Orientierung im Drama des Daseins zu bewahren oder zu erlangen und mit der eigenen Energie haushalten zu lernen. Hierbei hilft die Erweiterung des Bewusstseins. In dieser Kunst wird der Autor vom Yaqui Schamanen Don Juan unterwiesen und der Leser erfährt auf 287 Seiten, wie es dem Autor dabei ergangen ist.
So erhält der Autor Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite. Die auf den Intellekt abzielenden Erklärungen des Schamanen sind für die „rechte Seite“ gedacht. Der Leser kann der Lektüre entnehmen, dass während der Dauer der Lehrzeit das Weltbild des Autors allmählich zerstört oder in Einzelteile zerlegt wurde und wieder neu zu einem andersartigen Weltbild zusammengesetzt wurde. Bei den Unterweisungen für die „rechte Seite“ ist daher viel über den „Montagepunkt“ und „Bewusstsein“ nach indianischen Vorstellungen die Rede, wie z.B. „Glut der Bewusstheit“, „Emanationen der Bewusstheit“. Es wird vom „Adler“ erzählt, der das Bewusstsein zum Zeitpunkt der Empfängnis verleiht und zum Zeitpunkt des Todes wieder verschlingt. Ein Krieger müsse „sehen“ lernen, um dem „Adler“ zu entgehen. Die Rede ist von „alten und neuen Sehern“, vom „Verbündeten“, den man besiegen müsse und noch anderes mehr.
Die allmähliche Zerstörung des Weltbilds durch die Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite geht nicht ohne erhebliche hysterische Anfälle des Autors vonstatten. Was durchaus verständlich ist.
Die Unterweisungen für die „linke Seite“ beinhalten hauptsächlich die im Zustand der „gesteigerten Bewusstheit“ ablaufenden Ereignisse, die aber, wie vom Autor gesagt, der Erinnerung unzugänglich bleiben.
Genau genommen ist mit dem Begriff „linke Seite“ daher das Unterbewusstsein gemeint. Und der Autor befand sich bei den Unterweisungen für die „linke Seite“ nicht in einem Zustand „gesteigerten Bewusstseins“ sondern in Trance oder in einem hypnotischen Zustand und hatte dementsprechende Absenzen.
Die benutzte Sprache ist aber entscheidend für die Suggestivkraft der Fiktion. Wenn der Autor diese Dinge beim richtigen Namen genannt hätte, wäre der mystifizierende Effekt verloren gegangen, der den Leser gefangen nehmen soll.
Zuletzt erfährt man, dass der indianische Schamane vom „inneren Feuer“ ausgefüllt wird und wie vom Winde verweht in die Unendlichkeit verschwindet, und dass der Autor „in den Abgrund springt“.
Beides sind natürlich Metaphern, da es sich, wie wir gesehen haben, um Fiktion handelt. Das erste ist eine Metapher für Erleuchtung - von buddhistischen Mönchen seit Jahrtausenden angestrebt – und das andere ist eine Metapher für die Überwindung von Angst.
Der Autor spielt in genialer Weise mit der alten Sehnsucht des Menschen nach Wissen und Unsterblichkeit. Simple Gemüter seien jedoch gewarnt, die Erzählung wörtlich zu nehmen, denn das kann aufgrund der mystifizierenden Sprache durchaus gefährlich werden.
Ein Buch über die 'andere Wirklichkeit', das ohne mystifizierende Sprache auskommt, ist mein eBook „Hexenmondin“ (epub, mobi).