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Freitag, 19. Juni 2015

Das Feuer von innen, Carlos Castaneda



Der Autor hat mehrere Bücher über seine Zeit als Zauberlehrling bei einem Yaqui Indianer geschrieben. Diese Bücher werden oft als Lehre, im Sinne einer Philosophie verstanden. Anhand des vorliegenden Buches wird das Fiktionale der Erzählung daran erkennbar, dass der Autor Zustände „gesteigerter Bewusstheit“ beschreibt, von denen er gleichzeitig berichtet, dass er sich an diese eigentlich gar nicht hätte erinnern können, um sie aufzuschreiben. Allein dieses Paradoxon führt bereits auf die Fährte der Fiktion.
Handelt es sich um Fiktion, ist der Leser aufgefordert, zwischen den Zeilen zu lesen, um eine tiefer liegende Wahrheit herauszufinden. Diese autobiographische Erzählung ist demnach nicht wörtlich zu nehmen, was jedoch viele Leser tun und was durch die Sprachkomposition der Erzählung beabsichtigt wird. Es soll vorgekommen sein, dass sich Leser in den 80igern auf La Gomera nach der Lektüre von Castanedas Büchern in der Annahme, frei und unsterblich zu sein, von den Klippen gestürzt haben.
Worum geht es?
Der Autor beschreibt hauptsächlich eine dem rationalen Denken und dem Alltagsbewusstsein entgegengesetzte Wirklichkeit, die nicht einfach mit der Gefühlswelt identisch ist sondern darüber hinaus existentielle Wahrheiten des Menschen wie Leben, Tod, Geburt, Traum, Macht, Konkurrenz, Sex, Feindschaft etc. umfasst. Kurz alles, was das Leben ausmacht und womit jeder rechnen muss. Worauf es ankäme, ist die Orientierung im Drama des Daseins zu bewahren oder zu erlangen und mit der eigenen Energie haushalten zu lernen. Hierbei hilft die Erweiterung des Bewusstseins. In dieser Kunst wird der Autor vom Yaqui Schamanen Don Juan unterwiesen und der Leser erfährt auf 287 Seiten, wie es dem Autor dabei ergangen ist.
So erhält der Autor Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite. Die auf den Intellekt abzielenden Erklärungen des Schamanen sind für die „rechte Seite“ gedacht. Der Leser kann der Lektüre entnehmen, dass während der Dauer der Lehrzeit das Weltbild des Autors allmählich zerstört oder in Einzelteile zerlegt wurde und wieder neu zu einem andersartigen Weltbild zusammengesetzt wurde. Bei den Unterweisungen für die „rechte Seite“ ist daher viel über den „Montagepunkt“ und „Bewusstsein“ nach indianischen Vorstellungen die Rede, wie z.B. „Glut der Bewusstheit“, „Emanationen der Bewusstheit“. Es wird vom „Adler“ erzählt, der das Bewusstsein zum Zeitpunkt der Empfängnis verleiht und zum Zeitpunkt des Todes wieder verschlingt. Ein Krieger müsse „sehen“ lernen, um dem „Adler“ zu entgehen. Die Rede ist von „alten und neuen Sehern“, vom „Verbündeten“, den man besiegen müsse und noch anderes mehr.
Die allmähliche Zerstörung des Weltbilds durch die Unterweisungen für die „linke“ und „rechte“ Seite geht nicht ohne erhebliche hysterische Anfälle des Autors vonstatten. Was durchaus verständlich ist.
Die Unterweisungen für die „linke Seite“ beinhalten hauptsächlich die im Zustand der „gesteigerten Bewusstheit“ ablaufenden Ereignisse, die aber, wie vom Autor gesagt, der Erinnerung unzugänglich bleiben.
Genau genommen ist mit dem Begriff „linke Seite“ daher das Unterbewusstsein gemeint. Und der Autor befand sich bei den Unterweisungen für die „linke Seite“ nicht in einem Zustand „gesteigerten Bewusstseins“ sondern in Trance oder in einem hypnotischen Zustand und hatte dementsprechende Absenzen.
Die benutzte Sprache ist aber entscheidend für die Suggestivkraft der Fiktion. Wenn der Autor diese Dinge beim richtigen Namen genannt hätte, wäre der mystifizierende Effekt verloren gegangen, der den Leser gefangen nehmen soll.
Zuletzt erfährt man, dass der indianische Schamane vom „inneren Feuer“ ausgefüllt wird und wie vom Winde verweht in die Unendlichkeit verschwindet, und dass der Autor „in den Abgrund springt“.
Beides sind natürlich Metaphern, da es sich, wie wir gesehen haben, um Fiktion handelt. Das erste ist eine Metapher für Erleuchtung - von buddhistischen Mönchen seit Jahrtausenden angestrebt – und das andere ist eine Metapher für die Überwindung von Angst.
Der Autor spielt in genialer Weise mit der alten Sehnsucht des Menschen nach Wissen und Unsterblichkeit. Simple Gemüter seien jedoch gewarnt, die Erzählung wörtlich zu nehmen, denn das kann aufgrund der mystifizierenden Sprache durchaus gefährlich werden.
Ein Buch über die 'andere Wirklichkeit', das ohne mystifizierende Sprache auskommt, ist mein eBook „Hexenmondin“ (epub, mobi).

Donnerstag, 5. März 2015

Die Liebe und das Leiden

Vergangene Nacht hatte ich im Traum eine philosophische Diskussion mit einem Buddhisten über das Leben und den Tod.
Ich meinte: es ginge nicht darum, alle negativen Gefühle zu vermeiden. Das könne man gar nicht, weil Lachen und Weinen nun einmal zum Leben dazu gehören.
Es ginge viel eher darum, negative Gefühle wie Wut, Angst, Schmerz zuzulassen, zur Kenntnis zu nehmen und als zu einem selbst gehörend anzuerkennen, um sie dadurch zu überschreiten und von ihnen frei zu werden. Nur wer sich selbst erkennt, bezwingt die Welt.
Er meinte: 'Achtsam sein' und 'Anhaftungen loslassen' sind deshalb wichtig, damit man nicht zum Opfer bzw. Sklaven seiner eigenen negativen Gefühle wird. Letztlich geht es um Macht – über das Sterben. Es geht darum, während des Sterbens nicht das Bewusstsein zu verlieren, sich nicht vom Gefühl der Angst überwältigen zu lassen und die Absicht der Verschmelzung mit dem magischen Feuer im Auge zu behalten.
Ich meinte: In diesem Sinne kann das ganze Leben als Übung aufgefasst werden, mit Begierden & Co. so umzugehen, dass sie einen nicht überwältigen und krank machen.
Krankheit ist der Protest der Seele gegen das Ego. Das Ego sagt: ich will ein Haus, ein Auto, diese Frau, diesen Mann usw. Wenn der Mensch aber in dem Bemühen, das alles zu erlangen, leiden muss, hat seine Seele, sein innerer Kompass, andere Pläne mit ihm. Der Mensch muss dann seiner Seele folgen, um vom Leiden wieder frei zu werden und glücklich zu sein.
Wie erkennt man seine Seele?
Als Mensch muss man fähig sein, sich den Sexualtrieb dienstbar zu machen. Der Mensch ist kein Tier. Die Sexualität dient dem Menschen als Treibstoff für den Geist. Sie ist der Transmissionsriemen für die Erkenntnis der Seele. Solange der Mensch seine Seele, das magische Feuer, nicht kennt, besteht die Gefahr, dass er in die Falle tappt und leidet.








Die Falle, das ist die Qual der Wahl oder die Macht der Entscheidung! Eine Entscheidung kann zum Leiden oder zum Glück führen. Die Wahl ist nur dann die richtige, wenn sie in Übereinstimmung mit der Seele ist. Und die Seele folgt der Ma'at.
Er meinte: Hat man die falsche Entscheidung getroffen folgt in seinen Abstufungen von Unwohlsein bis Krankheit das Leiden auf dem Fuße. Das einzige was hierbei hilft, ist „den Geist ruhen zu lassen“. Es gilt, das mit dem Leiden einhergehende routierende Gedankenkarussell zu stoppen. Das Gedankenkarussell stoppt man durch Meditation. Meditation ist die Schule des Geistes. Mittels Geist ändert man seine Körperschwingung und im Falle des Leidens geht es darum, eine niedrige Körperschwingung in eine hohe zu transformieren. Haben wir das Gedankenkarussell gestoppt, sind wir ruhig und entspannt. Auch die Buddhanatur (Erleuchtung) ist nichts anderes als eine bestimmte hohe Körperschwingung. Manche von uns sind erleuchtet und wissen es gar nicht.
Ich ergänzte: In der Meditation ändern wir somit aktiv unsere Körperschwingung. Es ist sinnvoll immer dann zu meditieren, wenn man sich unwohl fühlt. Es gibt verschiedene Arten der Meditation. Im wesentlichen ist Meditation eine Konzentrationsübung. Man konzentriert sich solange auf Farbe oder Licht oder den Namen Gottes / Göttin, oder ein Symbol, oder ein Mantra, bis man entspannt und ruhig ist. Ich meditiere daher ausschließlich bei körperlichem Unwohlsein. Siehe auch "Hexenmondin" - eBook über die Verbindung von Traum und Wirklichkeit.

Mittwoch, 16. März 2011

Frauen in der Postmoderne

Was bleibt ist erneut die Traurigkeit über geraubtes Leben. Heute in Japan. 40 Mill. Menschen auf der Flucht. Wann werden wir endlich verstehen? Wann hat diese Todeskultur endlich ein Ende. 20 Jahre nach Tschernobyl hat man nichts gelernt? Wann werden wir zurückkehren zum Ursprung? Zurück zur Wertschätzung des Lebens, der Natur und des Weiblichen!

Wann werden wir in Zusammehängen denken? Wann werden wir verantwortungsbewusst? Wann werden wir die Entwicklung unserer Persönlichkeit zum obersten Ziel in unserem Leben machen? Ausführliche Gedanken zur Persönlichkeitsentwicklung gibt es hier.

Freitag, 16. Januar 2009

Gedanken über Gott

A sagt zu B: Es gibt keinen Gott. Gott ist eine Erfindung der Menschheit.
B sagt zu A: Wenn es keinen Gott gäbe, würde es Dich auch nicht geben. Nichts würde existieren. Die Menschheit ist demnach eine Erfindung Gottes und nicht umgekehrt.
A zu B: Ist das nicht dasselbe? Ist das nicht gleichbedeutend mit der Frage: „Wer war zuerst da? Die Henne oder das Ei?“
B zu A: Nein, das ist nicht dasselbe. Gott ist das Leben, die Liebe und die Fülle der Existenz. Ohne Gott bist Du tot und mit Dir Deine intellektuelle Überheblichkeit.
A zu B: Aber Leben heißt auch kämpfen und leiden. Und dann das ganze Elend auf der Welt.
B zu A: Ja, Du leidest immer dann, wenn Du von Gott entfernt bist, vom Leben abgetrennt bist. Einerseits, weil mit Dir anmaßend umgegangen wird und andererseits, weil Du Dich der Schöpfung, auch Deinem eigenen Körper gegenüber, anmaßend verhältst. - Sich darüber stellen und nicht achten, ignorieren, nicht beachten. In dem Moment gibt es für Dich keinen Gott. - Und außerdem: Gott ist eine Göttin.