Dienstag, 26. April 2016

Der Raubzug eines Gobalplayer oder: global frisst lokal


am Beispiel amazon:

Unliebsame Konkurrenz, in diesem Fall die 'on Demand Branche', die amazon's 'CreateSpace' Titeln Konkurrenz machen könnte, wird bei der Vermarktung über amazon geschickt ausgetrickst.

Hier die Screenshots eines aktuellen Titels vom heutigen Tage, einmal im amazon Shop und einmal zum Vergleich in einem Konkurrenz-Shop.

Achtet auf den Unterschied beim Preis.



Dadurch, dass amazon den Titel selbst nicht anbietet, sondern nur über angeschlossene Marketplace Anbieter, wird von amazon suggeriert, dass der Titel erst ab 8,… Euro zu haben wäre. In Wirklichkeit ist er jedoch überall im Buchhandel in Deutschland für den Preis von 4,99 Euro zu kaufen.

Wir sehen hier einen Globalplayer der Buchbranche, der sich weigert einen Titel zum regulären Preis in Deutschland anzubieten. Warum sollte er das tun? Bereits in der Vergangenheit bewies amazon sein ambivalentes Verhältnis zur deutschen Buchpreisbindung.
Eine für mich rationale Erklärung wäre: Indem amazon seine Marktmacht einsetzt, um unliebsame Konkurrenz zu behindern, will er Selfpublishing Autoren dazu bringen, gleich bei der hauseigenen CreateSpace und nicht erst bei anderen 'on Demand' Anbietern zu veröffentlichen. Oder steckt etwas anderes dahinter? Im Autorenforum rätselt man noch, was das bedeuten soll. Wer sich selbst einen Überblick über die Diskussion dort verschaffen will, klicke hier.
Jedenfalls geht es amazon darum, mehr Geld abzukassieren. Harald Welzer hat es in seinem Buch beschrieben, wozu "Die smarte Diktatur" der Globalplayer dient. Deshalb muss man erst einmal ein Bewusstsein darüber herstellen, dass es auf jeden Fall besser ist, wenn man "Die Smarte Diktatur" der Globalplayer, wie amazon, einfach offline umgeht und das Buch im Buchhandel kauft. Das Leben findet ohnehin offline statt. Vielleicht findet man bei dieser Gelegenheit ja sogar die Liebe seines Lebens, wer weiß? Natürlich muss man dafür seine Bequemlichkeit überwinden und sich selbst in Bewegung setzen. Die "smarte Diktatur" der Globalplayer funktioniert nur aufgrund unserer Bequemlichkeit. 

Indem amazon trickreich auf legalem Wege (via Ausland) die Buchpreisbindung in Deutschland umgeht, zeigt der Konzern, dass er gewillt ist die Preise zu diktieren. Die Dummen sind neben den Kunden auch die Autoren, denn die realisierte Preisdifferenz streicht allein amazon via Gebühren ein. Um dagegen anzugehen, besteht die einzige Möglichkeit im Herstellen der Bewusstheit dieser Praxis und dann im massenhaften Boykott eines Konzerns, der nicht gewillt ist, sich an die überkommenen, wohlweislich zum Schutz der Freiheit von Produzenten und Konsumenten ausgehandelten Geschäftspraktiken und -regeln eines Landes zu halten und dazu übergegangen ist, als globaler Raubritter zu agieren. Wie sagt Welzer so schön: „Macht hat immer zwei Seiten: Man kann sie nur ausüben, wenn die Beherrschten zustimmen. Und hier ist dann Ende mit der smarten Diktatur.“
Also: Überwindet eure Bequemlichkeit! Sonst heißt es, ihr seid selbst Schuld, wenn ihr euch 'über den Tisch ziehen' lasst.
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