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Donnerstag, 22. Juni 2017

Kleine und große Geister


Rezension: Clemens Kuby, Unterwegs in die nächste Dimension

Angesichts einer persönlichen Katastrophe, die den Autor an den Rand einer Querschnittslähmung bringt, wie durch ein Wunder aber die geistigen Kräfte mobilisiert und den Kontakt zu seiner Seele herstellt, woraufhin die drohende Lähmung aus eigener Kraft abgewendet werden kann, gelingt es Clemens Kuby sein bisheriges Leben radikal zu ändern und alles hinter sich zu lassen, was bislang den Kontakt zu sich selbst verhindert hat. Er schwört der westlichen Zivilisation mit ihrem materialistischen Weltbild ab und geht auf die Suche nach sich selbst und gleichzeitig auf Reisen, um in anderen Kulturen als der westlichen eine andere Lebenseinstellung zu finden.
Auf über 300 Seiten lässt er den Leser an seinen Entdeckungen teilhaben. Die Reise führt ihn u.a. zum Dalai Lama und den tibetischen Buddhismus, zu Sai Baba in Indien, zum exotischen Stamm der Todas in Indien, in die USA zu einem Schamanen, in die Philipinnen zu geistigen Heilern, in den Sudan zu Sufi-Anhängern, nach Russland zu einem geistigen Heiler und sogar in deutsche Esoterik-Kreise um den bekannten mexikanischen Heiler José Silva, wo er das Hellsehen kennenlernt.
Das liest sich insgesamt außerordentlich spannend, ist hochinteressant und informativ.
Nur leider neigt Kuby, ob all der Wunder, die er miterlebt, stellenweise dazu, ins andere Extrem zu fallen und das spirituelle Weltbild zu verherrlichen. Weil er selbst Glück im Unglück hatte, weil in seinem Körper ein starker Geist wohnt, glaubt er jeder Mensch habe einen starken Geist und müsse ihn nur entdecken. Die meisten Menschen haben jedoch keinerlei Zugang zu ihrem 'göttlichen Funken' und wüssten auch nicht wie sie das ändern könnten. Deshalb gibt es ja Schamanen, die die Seele (das Bindeglied zwischen Körper und Geist) bei ihren Patienten aus der Anderswelt zurück holen, bevor diese wieder gesund werden können.
Zuweilen stellt ihm sein anerzogenes theistisches Weltbild bei seinen Rationalisierungen im Buch ein Bein, indem er einerseits glaubt, Schamanen ziehen eine Show ab, um zu heilen bzw. die Selbstheilungskräfte ihrer Patienten anzustoßen. Sie seien Performance-Künstler. Sie hätten weder Zugang zu Geistern noch zu höheren Kräften. Die gäbe es garnicht.
Andererseits kommen ihm dann selbst Bedenken und er relativiert die Aussage, der Schamane sei Performance-Künstler, wieder (siehe S. 185 unten, wo er von einer geheilten Zeugin der miterlebten Wunder den energetischen Aspekt  hervorheben lässt).

Das Dilemma kommt daher, weil er den Geist, entsprechend seinem theistischen Weltbild, auf das Bewusstsein reduziert (S. 77).
Okkultisten (Cayce) wissen jedoch, dass Geist mehr ist als Bewusstsein.
Geistige Kräfte sind Hochfrequenzstrahlen, die auf den Patienten einwirken. Die Absicht (der Wille / Schutzgeist) des Schamanen ist hochfrequent und deshalb bewirkt er die Heilung. Wenn man wie Kuby den Geist auf das Bewusstsein reduziert, kann man die Verbindung ins Universelle, ins Jenseitige, mit der hier gearbeitet wird, nicht sehen und glaubt dann, einzig die Illusion, das Vehikel (die Performance) habe gewirkt.

Die meisten Menschen merken jedoch nicht einmal, wenn sie sterben. Von Selbstheilung ganz zu schweigen.
Selbst Kuby scheint nicht zu wissen, dass man seinen Geist schulen und stärken muss, wenn der einem zwecks Selbstheilung dienstbar werden soll. 
Das tut man, indem man sich gleichzeitig um Körper (Tempel des Geistes) und Geist (Herr des Körpers) kümmert. In einem schwachen, hinfälligen Körper wohnt kein starker Geist.
Was den Geist schwächt bzw. verdunkelt, ist u. a. der Zeitgeist und der Missbrauch der Sexualität.

Wenn man von den erwähnten Ungereimtheiten einmal absieht, ist es Alles in Allem, obwohl 2003 erstmals erschienen, immer noch ein sehr informatives und spannendes Buch.
In späteren Vorträgen wird die Bedeutung des Geistes für den Menschen dann von Kuby auch besonders hervorgehoben. Siehe hier.

Donnerstag, 5. März 2015

Die Liebe und das Leiden

Vergangene Nacht hatte ich im Traum eine philosophische Diskussion mit einem Buddhisten über das Leben und den Tod.
Ich meinte: es ginge nicht darum, alle negativen Gefühle zu vermeiden. Das könne man gar nicht, weil Lachen und Weinen nun einmal zum Leben dazu gehören.
Es ginge viel eher darum, negative Gefühle wie Wut, Angst, Schmerz zuzulassen, zur Kenntnis zu nehmen und als zu einem selbst gehörend anzuerkennen, um sie dadurch zu überschreiten und von ihnen frei zu werden. Nur wer sich selbst erkennt, bezwingt die Welt.
Er meinte: 'Achtsam sein' und 'Anhaftungen loslassen' sind deshalb wichtig, damit man nicht zum Opfer bzw. Sklaven seiner eigenen negativen Gefühle wird. Letztlich geht es um Macht – über das Sterben. Es geht darum, während des Sterbens nicht das Bewusstsein zu verlieren, sich nicht vom Gefühl der Angst überwältigen zu lassen und die Absicht der Verschmelzung mit dem magischen Feuer im Auge zu behalten.
Ich meinte: In diesem Sinne kann das ganze Leben als Übung aufgefasst werden, mit Begierden & Co. so umzugehen, dass sie einen nicht überwältigen und krank machen.
Krankheit ist der Protest der Seele gegen das Ego. Das Ego sagt: ich will ein Haus, ein Auto, diese Frau, diesen Mann usw. Wenn der Mensch aber in dem Bemühen, das alles zu erlangen, leiden muss, hat seine Seele, sein innerer Kompass, andere Pläne mit ihm. Der Mensch muss dann seiner Seele folgen, um vom Leiden wieder frei zu werden und glücklich zu sein.
Wie erkennt man seine Seele?
Als Mensch muss man fähig sein, sich den Sexualtrieb dienstbar zu machen. Der Mensch ist kein Tier. Die Sexualität dient dem Menschen als Treibstoff für den Geist. Sie ist der Transmissionsriemen für die Erkenntnis der Seele. Solange der Mensch seine Seele, das magische Feuer, nicht kennt, besteht die Gefahr, dass er in die Falle tappt und leidet.








Die Falle, das ist die Qual der Wahl oder die Macht der Entscheidung! Eine Entscheidung kann zum Leiden oder zum Glück führen. Die Wahl ist nur dann die richtige, wenn sie in Übereinstimmung mit der Seele ist. Und die Seele folgt der Ma'at.
Er meinte: Hat man die falsche Entscheidung getroffen folgt in seinen Abstufungen von Unwohlsein bis Krankheit das Leiden auf dem Fuße. Das einzige was hierbei hilft, ist „den Geist ruhen zu lassen“. Es gilt, das mit dem Leiden einhergehende routierende Gedankenkarussell zu stoppen. Das Gedankenkarussell stoppt man durch Meditation. Meditation ist die Schule des Geistes. Mittels Geist ändert man seine Körperschwingung und im Falle des Leidens geht es darum, eine niedrige Körperschwingung in eine hohe zu transformieren. Haben wir das Gedankenkarussell gestoppt, sind wir ruhig und entspannt. Auch die Buddhanatur (Erleuchtung) ist nichts anderes als eine bestimmte hohe Körperschwingung. Manche von uns sind erleuchtet und wissen es gar nicht.
Ich ergänzte: In der Meditation ändern wir somit aktiv unsere Körperschwingung. Es ist sinnvoll immer dann zu meditieren, wenn man sich unwohl fühlt. Es gibt verschiedene Arten der Meditation. Im wesentlichen ist Meditation eine Konzentrationsübung. Man konzentriert sich solange auf Farbe oder Licht oder den Namen Gottes / Göttin, oder ein Symbol, oder ein Mantra, bis man entspannt und ruhig ist. Ich meditiere daher ausschließlich bei körperlichem Unwohlsein. Siehe auch "Hexenmondin" - eBook über die Verbindung von Traum und Wirklichkeit.

Samstag, 20. Juni 2009

Spiritueller Weg eines Eingeweihten

Dashi Dorjo Itigilow (*um 1852, †1927) war der 12. Pandito Hambo Lama, das geistige Oberhaupt der Buddhisten Russlands.

Reliquie gläubiger Buddhisten

Itigilow lebte in Burjatien, einer ostsibirischen Region und verstarb dort 1927 im Alter von 75 Jahren. Nach Angaben von Damba Ajuschejew, dem derzeitigen 25. Pandito Hambo Lama, war er ein Eingeweihter dritten Grades und Arzt für tibetische Heilkunde. Er habe eine alten Wissenschaft zur Unverwesbarkeit des Körpers erforscht und selbst weiter entwickelt. Er soll seinen Schülern noch die Anweisung, seinen Körper 30 Jahre später wieder auszugraben, gegeben haben, bevor er aufrecht im Lotussitz, beim Meditieren verstarb (eine Kunst großer Yogis). Diese fanden ihn 30 Jahre später tatsächlich unverwest vor. Er wurde sofort wieder anonym bestattet. Da Stalin den Buddhismus verboten hatte, musste man die ganze Angelegenheit geheimhalten. Erst 2002 holte man den Körper Itigilows erneut aus dem Sarkophag und brachte ihn ins buddhistische Kloster nach Iwolginsk. Der Pathologe, der die Erlaubnis bekam, Itigilow zu untersuchen, konnte jedoch keinerlei Mumifizierung feststellen, da diese den Verlust der Flüssigkeit aus dem Gewebe voraussetzt. Es fehlten auch alle üblichen Zeichen des Todes. Im Gegenteil, die Gliedmaßen waren beweglich und die Haut elastisch. Niemand kann sich bis heute dieses Wunder der Unverwesbarkeit erklären.

Nach buddhistischem Glauben kann ein Mönch mit großer spiritueller Kraft und mit dem richtigen Bewusstsein in tiefer Meditation bei seinem Tod ins Nirwana treten und den Körper unversehrt zurücklassen. So gilt Itigilow buddhistischen Mönchen und Gläubigen in Burjatien heute als Reliquie ähnlich wie Bernadette Soubirous den katholischen Gläubigen in Lourdes, Frankreich.

Bedeutung Itigilows für die burjatisch-buddhistische Religionsgemeinschaft

Die Volksgruppe der Burjaten, in deren Dorf Orongoi Itigilow 1852 geboren wurde, befand sich vor der russischen Kolonisierung bei den Stämmen Dschingis Khans und waren Nomaden, deren ursprüngliche Religion der Schamanismus war, bevor tibetische Mönche im 17. und 18. Jahrhundert unter ihnen missionierten. Itigilow respektierte die alten Bräuche, jedoch überzeugte er die Menschen aus Orongoi davon, bei ihren schamanischen Riten auf Tieropfer zu verzichten. 1925, zur Blütezeit des burjatischen Buddhismus, gab es dort 46 buddhistische Klöster und mehr als 5000 Lamas. Nur einige Jahre später setzte der stalinistische Terror ein und Kirchen, Tempel, Moscheen und Synagogen wurden in Sibirien zerstört.

Freitag, 16. Januar 2009

Glaubensbekenntnis

Na klar! Es ist ja so einfach, wenn man durch die Hinwendung zur Religion vor der Wirklichkeit im Hier und Jetzt davon laufen kann. Das gilt für alle jenseitsorientierten Religionen: für die drei monotheistischen Religionen ebenso wie für Hinduismus und Buddhismus. Die suchen alle das Paradies im Jenseits bzw. die Befreiung vom Samsara (Rad der Wiedergeburt) und haben vergessen, dass man das Paradies auch im Jenseits aktiv selbst gestalten muss.
Dabei wussten schon die Megalithkulturen, dass es, wenn man mit dem Göttlichen mitschöpft, noch im Diesseits aus dem Leiden wieder herausgehen kann. Deshalb folge ich dem ‚Alten Pfad’. Taoismus ist auch eine Möglichkeit.